NABU LV Hamburg

 

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Unser Heu stammt von den Elbtalauen zwischen Hitzacker und Gartow. Ein natürliches Gefüge aus Auwald, Feuchtwiesen, Dünen und Trockenrasen hat sich hier entlang der Elbe erhalten können, denn die deutsch-deutsche Grenze verhinderte die Verkehrserschließung in west-östlicher Richtung.

Aber auch hier forderten Landwirtschaft und Wasserbau ihren Tribut. Hochwasserschutzdeiche wurden erhöht, verbreitert und neu angelegt. Feuchtwiesen und Flachwasserzonen trockengelegt und zu Weideland umfunktioniert. Brachflächen und Trockenrasen aufgeforstet, bebaut oder durch Düngung und Beregnung ackerfähig gemacht.

Folglich gingen die Lebensräume für Kranich, Biber, Rotbauchunke, Laubfrosch, Sibirische Schwertlilie oder Knabenkraut mehr und mehr verloren. Im Elbholz war der Bestand der brütenden Kraniche auf ein einziges Paar zurückgegangen. Um dem entgegenzuwirken, wurde der NABU Hamburg 1973 in diesem Gebiet aktiv.

Der sehr große ehrenamtliche Einsatz von NABU-Mitarbeitern wurde belohnt: 1997 konnten 9-10 Kranich-Brutpaare im Elbholz und Umgebung gezählt werden - davon 6 in vom NABU gestalteten Feuchtgebieten. Diese Schutzarbeit über Jahre wirkte sich aber auch positiv auf andere Arten aus. Kolkrabe, Schwarz- und Rotmilan sowie Wespenbussard kamen als Brutvögel zurück, und seit ein paar Jahren zieht auch der Seeadler über dem Elbholz wieder seine Kreise.

Ebenso wichtig wie der Schutz der Tiere und Pflanzen selbst ist auch der Schutz ihres Lebensraumes. Um die Gebiete vor Zugriffen und Zerstörung zu retten, gab und gibt es nur eine sichere Lösung - FLÄCHENANKAUF. 1974 erwarb der NABU Hamburg mit Eigenmitteln die erste naturschutzwürdige Fläche. Bis 1997 kamen durch zusätzliche Landes- und Bundesmittel über 250 Hektar Grundbesitz zusammen.

Ein Schwerpunkt der Schutzarbeit ist der Erhalt flusstaltypischer Feuchtgebiete. Im Rahmen eines Amphibienschutzprogramms wurden zudem neue Feuchtgebiete angelegt, deren Pflege Galloway-Rinder übernehmen. Bedrohte Pflanzengesellschaften konnten durch den Einsatz des NABU erhalten bleiben und mit ihnen die darin lebenden Vögel, Amphibien und Insekten. Die gefährdete Rotbauchunke konnte ihren Bestand und Lebensraum erweitern, und der vormals örtlich ausgestorbene Laubfrosch zählt inzwischen wieder Zigtausend Exemplare.

In Schilfflächen, die von der Beweidung ausgenommen wurden, kehrte der Drosselrohrsänger mit seinen kleineren Verwandten, dem Schilf- und Teichrohrsänger zurück. Die Rohrweihe brütet in den verhältnismäßig kleinen Gebieten, und sporadisch hört man die große Rohrdommel sowie Tüpfel- und Wasserralle. Graureiher, Haubentaucher, Eisvogel und zur Zugzeit der Fischadler fischen in den Gewässern, Seeadler und Pirol nutzen diese zum Baden.

(Foto: NABU / M. Bonkwald)

Zur Sicherung und Stabilisierung der Lebensräume in den Elbtalauen will der NABU auch in Zukunft neue Flächen hinzukaufen und pachten. Je dichter das Flächennetz ist, desto besser können seltene Tiere und Pflanzen überleben und neue Räume besiedeln. Artenvielfalt ist das Zauberwort für eine intakte Natur, und die ist schließlich auch Lebensraum für den Menschen.

Das Jahr 1997 war für die Elbtalauen von entscheidender Bedeutung. Die Vorarbeiten für die Ausweisung eines "Schutzgebietssystems mit integriertem Nationalpark und Naturschutzgebieten" sind abgeschlossen. Ein Großteil der NABU-Flächen, die in den letzten 25 Jahren für den Naturschutz gesichert wurden, sollen in den Nationalpark einbezogen werden oder als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Sie bilden ein Kernstück des Schutzgebietsystems. Der NABU kann mit Stolz behaupten, durch seine Arbeit in den Elbtalauen bei Gartow einen Grundstein für den Nationalpark gelegt zu haben.